In den Bildern von Susanne Jung treten die leisen Farben, die das Hinsehen herausfordern,
in deutlichen Unterscheidungen zusammen: Das farbig Intensivere unterscheidet sich vom
Verhalteneren, das Schmale vom Weiten, das Bläuliche vom Rötlichen, das Dichte vom eher
Transparenten. Und doch findet sich die eine Wahrnehmung auch in der anderen
wieder: Das Dunklere ist auch von Helligkeit durchdrungen, das Schmale nimmt Anteil
am Weiten, das Wärmere schimmert auch in Kühleren. Dadurch löst sich das Denken
in Begrenzungen auf und verschmilzt zu einem Zusammenführen von Verbundenheiten,
ohne dabei das deutliche Unterscheiden aufzulösen.


Dr. Erich Franz
LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster

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